Auslandsimmobilien kaufen: der Ratgeber für Österreicher:innen
Von Kroatien bis Spanien: Wer eine Immobilie im Ausland kaufen will, muss Finanzierung, Nebenkosten, Steuern und rechtliche Fallstricke kennen. Dieser Ratgeber führt Sie strukturiert durch alle Schritte – und zeigt am Ende, wann sich ein rechtssicherer Neubau in Österreich mehr lohnt.
Auslandsimmobilien kaufen – das Wichtigste kompakt
5 beliebte Zielländer
Kroatien, Italien, Slowenien, Spanien und Portugal führen die Nachfrage österreichischer Käufer an.
30–50 % Eigenkapital
Lokale Banken verlangen von Ausländern deutlich mehr Eigenkapital als in Österreich üblich.
+10–15 % Nebenkosten
Kaufnebenkosten liegen im Ausland oft über den österreichischen Werten – vorab einplanen.
Eigener Anwalt Pflicht
Unabhängige, ortskundige Rechtsberatung schützt vor unklaren Eigentumsverhältnissen.
Beliebte Länder für Auslandsimmobilien im Überblick
| Land | Kaufnebenkosten | Fokus & Besonderheit |
|---|---|---|
| Kroatien | ca. 6–8 % | Istrien, Kvarner Bucht & Dalmatien – Küstenlage, EU-Rechtsrahmen |
| Italien | 9–16 % | Oberitalienische Seen, Adria, Toskana – je nach Käuferstatus variabel |
| Slowenien | ca. 6–9 % | Adria-Küste & Alpen – nah, EU-Rechtsrahmen, gut erreichbar |
| Spanien | 10–13 % | Mallorca, Costa Blanca & del Sol – hohe Ferienvermietung |
| Portugal | 7–10 % | Algarve & Lissabon – gutes Klima, wachsende Nachfrage |
Richtwerte 2026, je nach Region und Käuferstatus abweichend. Ohne Gewähr – verbindliche Angaben liefert die örtliche Rechts- und Steuerberatung.
Finanzierung aus Österreich: drei realistische Wege
Der wohl kniffligste Teil beim Kauf einer Auslandsimmobilie ist die Finanzierung. Österreichische Banken vergeben Kredite für Immobilien im Ausland nur selten direkt, weil sie im Zielland keine belastbare Sicherheit eintragen können. In der Praxis haben sich drei Wege etabliert. Erstens die Finanzierung über eine Bank im Zielland: Sie kennt den Markt, verlangt von Ausländern allerdings häufig 30 bis 50 Prozent Eigenkapital und höhere Zinsen. Zweitens eine international tätige Bank, die grenzüberschreitend arbeitet. Und drittens – der bei Österreicher:innen beliebteste Weg – ein Kredit über heimisches Eigenkapital, besichert durch eine vorhandene Immobilie in Österreich. So sichern Sie sich heimische Konditionen und einen reinen Euro-Kredit ohne Wechselkursrisiko.
Achten Sie außerhalb der Eurozone – etwa in Ungarn, in der Schweiz oder in Großbritannien – immer auf das Währungsrisiko: Ein ungünstiger Wechselkurs kann Ihre Kalkulation über die Laufzeit spürbar verändern. Prüfen Sie außerdem, ob im Zielland Sondersteuern oder Restriktionen für ausländische Käufer gelten.
Nebenkosten und laufende Kosten realistisch kalkulieren
Die Kaufnebenkosten fallen im Ausland oft höher aus als in Österreich. In Kroatien summieren sich Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Anwalt auf rund 6 bis 8 Prozent, in Italien je nach Käuferstatus auf 9 bis 16 Prozent, in Spanien auf etwa 10 bis 13 Prozent des Kaufpreises. Rechnen Sie deshalb pauschal 10 bis 15 Prozent Puffer über den reinen Kaufpreis hinaus ein. Hinzu kommen laufende Kosten: örtliche Grundsteuer, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Verwaltung, Instandhaltung und – bei einer Ferienvermietung – Reinigung und Objektbetreuung.
Steuern: Doppelbesteuerungsabkommen und Progressionsvorbehalt
Miet- und Verkaufserträge einer Auslandsimmobilie werden grundsätzlich im Land der Immobilie besteuert. Österreich berücksichtigt diese Einkünfte über die Doppelbesteuerungsabkommen – bei vielen Ländern über den sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Die Auslandseinkünfte bleiben in Österreich oft steuerfrei, erhöhen aber Ihren persönlichen Steuersatz auf das übrige Einkommen. Wie genau Ihre Konstellation behandelt wird, hängt vom jeweiligen Abkommen ab. Einen Überblick zu den von Österreich abgeschlossenen Abkommen bietet das Bundesministerium für Finanzen. Beauftragen Sie in jedem Fall eine auf internationales Steuerrecht spezialisierte Beratung.
Risiken erkennen und absichern
Fremde Rechtssysteme, Sprachbarrieren und undurchsichtige Eigentumsverhältnisse sind die größten Gefahren beim Immobilienkauf im Ausland. Immer wieder tauchen Schwarzbauten ohne gültige Baubewilligung oder Grundstücke mit ungeklärten Lasten auf. Beauftragen Sie deshalb konsequent einen unabhängigen, ortskundigen Anwalt – niemals den des Verkäufers –, lassen Sie das Grundbuch und alle Bewilligungen prüfen und unterschreiben Sie keinen Vorvertrag ohne rechtliche Freigabe. Das Außenministerium veröffentlicht zu vielen Ländern zudem Reise- und Länderinformationen, die einen ersten Überblick zu rechtlichen Rahmenbedingungen geben.
Alternative: rechtssicher in Österreich bauen
Wer die Sonne im Süden sucht, träumt oft von der Auslandsimmobilie – unterschätzt aber die rechtlichen, steuerlichen und sprachlichen Hürden. Für viele Anleger ist ein Neubau in Österreich die risikoärmere Wahl: rechtssicher, gut finanzierbar, exakt planbar und ohne Wechselkursrisiko. Ein winterfestes Ferienhaus als Kapitalanlage in einer heimischen Alpen- oder Seenregion bietet stabile Nachfrage bei kalkulierbarem Aufwand. Wer die vollständige Kontrolle über Grundriss und Energiestandard schätzt, findet mit einem Holzhaus oder einem klassischen Fertighaus eine attraktive Alternative zur Auslandsimmobilie.
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Häufige Fragen zum Kauf von Auslandsimmobilien
Antworten rund um Länderwahl, Finanzierung aus Österreich, Nebenkosten, Steuern und Risiken beim Immobilienkauf im Ausland 2026.

