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Plusenergiehaus 2026: Kosten, Mehrpreis & Förderung im Überblick

Ein Plusenergiehaus erzeugt im Jahresmittel mehr Energie, als es verbraucht – und holt so seinen Aufpreis wieder herein. Dieser Ratgeber beziffert 2026 den Mehrpreis gegenüber einem hocheffizienten Standardhaus, die nötige Photovoltaik-Auslegung, die passende Heiztechnik und die Förderungen von Bund und Ländern, die den Preis senken.

Stand: 20. Mai 2026
Lesezeit: 9 Min

Rechnet man ein ganzes Jahr durch, gewinnt ein Plusenergiehaus mehr Energie, als seine Bewohner:innen im selben Zeitraum verbrauchen. Möglich macht das ein fein abgestimmtes Zusammenspiel: eine sehr dichte, hochgedämmte Gebäudehülle, eine Wärmepumpe, eine reichlich dimensionierte Photovoltaikanlage und ein Batteriespeicher. Den Jahresüberschuss laden viele Haushalte in ihr E-Auto oder speisen ihn über den Netzbetreiber ins öffentliche Netz. Im Fertigbau ist diese Ausbaustufe die anspruchsvollste und zugleich ertragreichste – Anbieter mit Werken in Österreich wie Griffner, ELK Haus oder Baufritz liefern sie schlüsselfertig zum Festpreis.

8–14 kWp
PV-Anlage
süd-/ostorientiert
+2.500 kWh
Jahresüberschuss
EFH rund 140 m²
klimaaktiv
Zielstandard
über OIB-Mindestwert

Der Ordnungsrahmen: OIB-Richtlinien und Energieausweis

Kurzantwort: In Österreich schreiben nicht ein Bundesgesetz, sondern die OIB-Richtlinien (insbesondere OIB-RL 6) die energetischen Mindestanforderungen an Neubauten vor – sie werden über die Bauordnungen der neun Bundesländer verbindlich. Kennwerte wie der Heizwärmebedarf (HWB) hält der Energieausweis fest. Ein Plusenergiehaus unterschreitet diese Grenzen deutlich und dreht die Bilanz durch die eigene Stromerzeugung sogar ins Positive. Wie die einzelnen Effizienzstufen im Detail zusammenhängen, ordnet unser Ratgeber zu OIB und Energieausweis ein.

Technik-Baukasten: Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Komfortlüftung

  • Photovoltaik mit 8–14 kWp auf Süd-, Ost- und Westdachflächen – für ein Einfamilienhaus mit rund 140 m² eine übliche Auslegung.
  • Batteriespeicher mit 8–12 kWh nutzbarer Kapazität, der die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 80 Prozent anhebt.
  • Wärmepumpe (Erdreich oder Luft-Wasser) mit hoher Jahresarbeitszahl (JAZ ab 4,0), damit der Strombezug niedrig bleibt.
  • Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung und einem Wirkungsgrad von mindestens 85 Prozent – Pflicht für die dichte Hülle.
  • U-Werte klar unter dem OIB-Referenzniveau: Außenwand 0,12–0,15 W/(m²K), Fenster mit Uw von höchstens 0,90.
  • Energiemanagement samt Smart Meter, das die Lasten von Wärmepumpe und Wallbox in die sonnenreichen Stunden verschiebt.

Unterstützung: Wohnbauförderung, EAG-Marktprämie und Eigenverbrauch

Eine bundesweite Neubaubank wie in Deutschland gibt es hierzulande nicht – gefördert wird über die Wohnbauförderung der Länder. Je nach Bundesland fließen Zuschüsse oder geförderte Landesdarlehen, häufig mit Ökobonus für hohe Energiestandards und klimaaktiv-Qualität. Für die Photovoltaik selbst greift die Investitionsförderung nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), abgewickelt über die OeMAG; der ins Netz eingespeiste Überschuss wird über den gewählten Stromlieferanten oder eine Marktprämie vergütet. Gegenüber einem Haus auf reinem OIB-Mindestniveau rechnet sich der Mehraufwand fürs Plusenergiehaus – je nach Bundesland und Strompreis – meist binnen zwölf bis achtzehn Jahren.

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